Alternative Antriebe und neue Fahrzeugtechnologien verändern seit einigen Jahren auch die Technische Hilfeleistung. Neben Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor gehören heute Elektrofahrzeuge, Plug-in-Hybride, Erdgas- und Wasserstofffahrzeuge selbstverständlich zum Straßenbild. Für Einsatzkräfte bedeutet dies, dass sie sich bei Verkehrsunfällen innerhalb kürzester Zeit auf unterschiedliche Fahrzeugkonzepte einstellen müssen.

Genau hier setzt RES-QR.DE an. Das System wurde entwickelt, um Feuerwehr und Rettungsdienst unmittelbar fahrzeugspezifische Rettungsinformationen bereitzustellen. Kernstück ist ein QR-Code am Fahrzeug, der direkt zur passenden digitalen Rettungskarte führt.

Rettungskarten direkt am Fahrzeug verfügbar

Die Idee hinter RES-QR.DE ist einfach: Anstatt zunächst nach einer passenden Rettungskarte zu suchen oder Fahrzeugdaten manuell zu ermitteln, können Einsatzkräfte den am Fahrzeug angebrachten QR-Code scannen und erhalten unmittelbar Zugriff auf die hinterlegten Informationen. Nach Angaben des Anbieters ist das System herstellerunabhängig aufgebaut und soll insbesondere bei alternativen Antrieben eine schnelle Orientierung ermöglichen.

Der QR-Code kann dabei unter anderem im Bereich der Windschutzscheibe angebracht werden. Zusätzlich ist eine Kennzeichnung im Tankdeckelbereich vorgesehen, sodass Einsatzkräfte das System möglichst schnell erkennen können.

Unterstützung für die Technische Rettung

Rettungskarten gehören heute vielerorts zur Standardunterstützung bei der Technischen Hilfeleistung. Sie enthalten unter anderem Informationen über Karosserieverstärkungen, Airbags, Gurtstraffer, Hochvoltkomponenten, Batterien oder Kraftstofftanks. Dadurch erhalten Einsatzkräfte wichtige Hinweise für eine möglichst sichere und effiziente Rettung eingeklemmter Personen.

Mit RES-QR.DE sollen diese Informationen ohne Umwege direkt am Unfallfahrzeug verfügbar werden. Das kann insbesondere dann von Vorteil sein, wenn unterschiedliche Fahrzeugtypen oder alternative Antriebe eine schnelle Identifikation erschweren.

Die AUTO-Regel als Orientierungshilfe

Ergänzend zum QR-Code stellt RES-QR.DE die sogenannte AUTO-Regel vor. Sie dient Einsatzkräften als strukturierte Gedächtnisstütze für die erste Erkundung an einem verunfallten Fahrzeug.

Dabei steht A für austretende Betriebsstoffe, U für Unterboden, Motor und Hybridkomponenten, T für das Öffnen der Tankklappe zur Kontrolle des Antriebssystems und O für den Überblick über die Gesamtlage. Die Regel soll helfen, mögliche Gefahren frühzeitig zu erkennen und den weiteren Rettungseinsatz systematisch vorzubereiten.

Praxiswissen soll kontinuierlich wachsen

Neben dem eigentlichen Informationssystem verfolgt RES-QR.DE einen weiteren Ansatz. Nach Angaben des Anbieters können Einsatzkräfte eigene Praxiserfahrungen sowie Besonderheiten einzelner Fahrzeugmodelle an das System melden. Ziel ist es, dieses Wissen zu sammeln und anderen Feuerwehren sowie Rettungsdiensten zur Verfügung zu stellen. Dadurch soll eine kontinuierlich wachsende Wissensbasis entstehen, die praktische Erfahrungen aus Einsätzen ergänzt.

Netzwerk aus Feuerwehren, Industrie und Forschung

Nach Angaben von RES-QR.DE wird das Projekt von verschiedenen Partnern aus Feuerwehr, Forschung und Industrie unterstützt. Zu den genannten Partnern gehören unter anderem das Institut für Arbeit und Technik (IAT), die Universität Duisburg-Essen, TÜV-Organisationen sowie weitere Unternehmen und Fachinstitutionen. Ziel ist es, die technischen Informationen kontinuierlich weiterzuentwickeln und den Anforderungen moderner Fahrzeugtechnik anzupassen.

Digitale Informationen als Unterstützung im Einsatz

Die zunehmende Vielfalt von Fahrzeugkonzepten stellt die Technische Hilfeleistung vor neue Anforderungen. Systeme wie RES-QR.DE verfolgen deshalb das Ziel, wichtige fahrzeugspezifische Informationen möglichst schnell und direkt an der Einsatzstelle verfügbar zu machen. Sie ersetzen dabei nicht die feuerwehrtechnische Ausbildung oder die taktische Erkundung, können Einsatzkräfte jedoch bei der Orientierung unterstützen und den Zugang zu relevanten Rettungsinformationen vereinfachen.

Nichts mehr verpassen:
Der BKS Report Newsletter

Jetzt anmelden und keine Neuigkeiten aus der Welt des BKS Reports verpassen.