Die Sprachübersetzungssoftware TONI arbeitet mit 54 Sprachen und erkennt diese bereits an den ersten Worten eines Anrufers. Ein Disponent kann TONI entweder kontinuierlich eingeschaltet lassen, damit die Software direkt ohne Zeitverzug reagieren kann oder sie kann zusätzlich zu einem Gespräch hinzugeschaltet werden.
Erkennt TONI eine andere Sprache als Deutsch, übersetzt TONI den gesprochenen Anruf des Anrufers in deutschen Text auf dem Bildschirm des Disponenten. Die Antworten kann der Disponent dann schriftlich an TONI weitergeben und die Software übersetzt als Text-to-Speech in der Sprache des Anrufers. Der Disponent kann jederzeit in die Übersetzung eingreifen und eine Korrektur vornehmen.
TONI übersetzt Notrufe live
Das Lernen neuer Sprachen verlief für TONI mithilfe von Dolmetschern und „Native Speakern”. Die Software wurde mit ersten Worten befüllt, dann ließ man die KI antworten und korrigierte die Antworten, bis die Software die richtige sprachliche Übersetzung hervorbrachte. Damit sei der
Lernprozess dem schulischen Lernen von Sprachen ähnlich, mit dem Unterschied, dass die Software Verbesserungen und richtige Übersetzungen deutlich besser speichert,
erklärt Walla.
Die Software liefert keine fachlichen Hinweise oder leitet Erste-Hilfe-Maßnahmen eigenständig an. Hier gibt der menschliche Disponent die Inhalte vor. Doch die Übersetzung ist in allen verfügbaren Sprachen alltagstauglich und kann auf die herkömmlichen Inhalte von Notrufen adäquat reagieren. Einschlägige Worte aus Notrufen gehören zum Vokabular der Software in allen Systemsprachen, um schnell und präzise kommunizieren zu können. „Der nächste Entwicklungsschritt ist die Übersetzung ‘Speech-toSpeech’,“ blickt Walla in die Zukunft des Projektes. Genauso soll es künftig auch mobile Lösungen geben, sodass die unterstützende Sprachübersetzung auch während des Einsatzes vor Ort verwendet werden kann.
Software als technologieoffene Integration
Das Unternehmen WTG gibt es seit 110 Jahren und in der Haltung des Unternehmens ist die Verbesserung der Notfallversorgung von Menschen fest verankert. Walla fasst die Motivation für dieses Softwareprodukt zusammen: „Wir haben TONI entwickelt, weil wir etwas besser machen
wollten und nicht aus kommerziellen Gründen.” Mit deutlichen Worten spricht er über die Finanzierung der Software: „Es wird keine Kaufentscheidung zwischen TONI und einer Kommune stehen. TONI ist in verschiedenen Modellen mit einem Grundsystem und erweiterbaren Modulen verfügbar.
Der Preis variiert je nach Ausstattung zwischen 30.000 und 300.000 Euro, daher ist es weniger eine Preisfrage, sondern eher eine Frage des Leistungsumfangs. Bei kleinerem Budget würden wir empfehlen, einzelne Module herauszunehmen. TONI trägt am Ende einen Maßanzug, der passgenau von
der Kommune bezahlt wird.” Bereits jetzt haben 15 Leitstellen, darunter auch Leitstellen an Flughäfen mit viel internationalem Publikum, die Softwarelösung TONI im Einsatz.







