Das Land Nordrhein‑Westfalen hat im Frühjahr 2025 mit der Übergabe von Geräteanhängern für Strömungs‑ und Fließwasserrettung eine flächendeckende Ausrüstung moderner Einsatzmittel an seine Wasserrettungszüge begonnen, die nun abgeschlossen ist. Innenminister Herbert Reul übergab die ersten Anhänger gemeinsam mit Mehrzweckfahrzeugen an die Landesverbände der Deutschen Lebens‑Rettungs‑Gesellschaft (DLRG) Westfalen und Nordrhein sowie an die Wasserwacht des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) in Düsseldorf. Insgesamt werden bis Ende 2025 40 Fahrzeuge der taktischen Ausstattung übergeben, die gezielt für Hochwasser‑, Überschwemmungs‑ und Strömungslagen ausgelegt sind.

Aufgabe und Einsatzprofil der Anhänger

Die Geräteanhänger dienen als mobile Einsatzbasis für Wasserrettungsteams in gefährlichen Strömungs‑, Hochwasser‑ oder Fließwasserszenarien. Sie sind mit zwei Bootstypen ausgestattet: einem Schlauchboot mit Aluminiumrumpf und Außenbordmotor sowie einem „Raft“-Wildwasser‑Schlauchboot, jeweils mit Platz für bis zu sechs Personen. Diese Boote ermöglichen den Transport von Personal und Material sowie die schnelle Rettung von in Not geratenen Personen oder Tieren aus bewegtem Wasser. Die Anhänger enthalten ferner persönliche Schutzausrüstung (Neoprenanzüge, Helme, Schwimmwesten), Seil‑ und Zugtechnik, Rettungs‑ und Erste‑Hilfe‑Material sowie Beleuchtungs‑ und Stromversorgungseinrichtungen, um auch bei Dunkelheit oder schwierigen Sichtverhältnissen effektiv arbeiten zu können.

Stärkung der Wasserrettungszüge im Katastrophenschutz

Mit der Ausrüstung der Geräteanhänger reagiert Nordrhein‑Westfalen auf die zunehmende Wahrscheinlichkeit von Extremwetterlagen, wie Starkregen und Überschwemmungen, die sowohl an großen Flüssen als auch an kleineren Gewässern schnelle Strömungen und gefährliche Einsatzlagen erzeugen. Wasserrettungszüge (WRZ) sind dabei taktische Einheiten im Katastrophenschutz, die unter anderem Menschen und Tiere retten, Deiche sichern und Grundversorgungen in überfluteten Gebieten sicherstellen.

Die Umsetzung des Gerätekonzepts erfolgte in Zusammenarbeit mit spezialisierten Partnern: Die Basisanhänger wurden von der Ewers Karosserie‑ und Fahrzeugbau GmbH & Co. KG gefertigt, die komplette systematische Beladung inklusive PSA und technischer Ausstattung lieferte das Unternehmen Dönges GmbH & Co. KG, und die Boote stammen von Lava Marine. Jedes Fahrzeug wurde vor Übergabe umfassend geprüft, und die Einsatzkräfte erhielten Einweisungen zur sicheren Handhabung der Technik.

Bedeutung für künftige Hochwasserlagen

Die Geräteanhänger sollen nicht nur in Unglücksfällen Menschen retten, sondern auch als multiplikative Ressource für örtliche Einsatzkräfte wirken. Sie erleichtern die koordinierte Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, DLRG, Wasserwacht, DRK und anderen BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben), indem sie standardisierte Technik und Taktik in die Wasserrettung bringen. Die Ausstattung unterstützt darüber hinaus Evakuierungen, medizinische Erstversorgung am Einsatzort und logistische Sicherungsvorgänge, die in Hochwasser‑ oder Flussnotlagen zwingend erforderlich sind.

Text: BKS Report, Quelle: Dönges GmbH & Co KG

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