Wer den Rosenbauer-Stand auf der INTERSCHUTZ 2026 besucht, merkt schnell, dass das Unternehmen deutlich mehr zeigen will als neue Feuerwehrfahrzeuge. Der Messeauftritt spannt den Bogen von persönlicher Schutzausrüstung über Robotik und Simulation bis hin zu alternativen Antriebskonzepten. Gemeinsam ist den Exponaten, dass sie aktuelle Herausforderungen der Feuerwehren aufgreifen – von Vegetationsbränden über neue Ausbildungskonzepte bis hin zur zunehmenden Digitalisierung und Technisierung der Gefahrenabwehr.
Damit präsentiert sich Rosenbauer nicht nur als Fahrzeughersteller, sondern als Anbieter eines breiten Systems aus Fahrzeugen, Ausrüstung, Ausbildung und Infrastruktur. Die INTERSCHUTZ dient dabei als Schaufenster für Entwicklungen, die viele Feuerwehren in den kommenden Jahren beschäftigen dürften.
Vegetationsbrandbekämpfung prägt den Messeauftritt
Kaum ein Thema ist auf der INTERSCHUTZ 2026 so präsent wie die Vegetationsbrandbekämpfung. Wald- und Flächenbrände gehören mittlerweile in vielen Regionen Europas zu den einsatztaktischen Herausforderungen, auf die sich Feuerwehren einstellen müssen. Entsprechend überrascht es nicht, dass auch Rosenbauer diesem Bereich auf seinem Messestand viel Aufmerksamkeit widmet.
Mit dem BOROS B10 zeigt das Unternehmen einen Feuerwehrstiefel, der speziell für Vegetationsbrandlagen entwickelt wurde. Die Anforderungen unterscheiden sich dabei deutlich von klassischen Brandeinsätzen. Lange Fußmärsche, hohe Temperaturen, unwegsames Gelände und mehrstündige Einsatzzeiten verlangen eine andere Ausrüstung als der klassische Innenangriff.
Die Entwicklung spezialisierter Ausrüstung verdeutlicht, dass Vegetationsbrandbekämpfung zunehmend als eigenständiges Einsatzfeld betrachtet wird. Dieser Trend zieht sich nicht nur durch den Rosenbauer-Auftritt, sondern durch zahlreiche Bereiche der INTERSCHUTZ. Auch das begleitende WildfireCamp unterstreicht die Bedeutung dieses Themas für die Feuerwehren der Zukunft.
Persönliche Schutzausrüstung wird spezialisierter
Neben dem BOROS B10 präsentiert Rosenbauer weitere Neuheiten im Bereich der persönlichen Schutzausrüstung. Dazu gehört der BOROS B4 Cross, der auf Beweglichkeit und Alltagstauglichkeit ausgelegt ist.
Während Feuerwehrstiefel lange Zeit vor allem über ihre Schutzwirkung definiert wurden, gewinnen heute ergonomische Aspekte zunehmend an Bedeutung. Einsatzkräfte bewegen sich in unterschiedlichsten Einsatzlagen, arbeiten mit technischer Ausrüstung, bedienen digitale Systeme und müssen auch unter hoher körperlicher Belastung handlungsfähig bleiben.
Ergänzt wird das Portfolio durch den Feuerwehrhandschuh GLOOROS F50. Der Fokus liegt hier auf einer möglichst hohen Fingerfertigkeit. Gerade bei technischer Hilfeleistung, dem Umgang mit modernen Fahrzeugen oder beim Arbeiten mit digitalen Geräten spielt die Beweglichkeit der Hände eine immer größere Rolle. Die Entwicklung zeigt, dass persönliche Schutzausrüstung heute deutlich stärker an konkrete Einsatzprofile angepasst wird.

Robotik zum Anfassen
Zu den auffälligsten Exponaten auf dem Rosenbauer-Stand gehört der RTE Robot AX. Die ferngesteuerte Plattform zieht zahlreiche Besucher an und steht stellvertretend für einen Trend, der auf der INTERSCHUTZ an vielen Stellen sichtbar wird: den zunehmenden Einsatz unbemannter Systeme in der Gefahrenabwehr.
Solche Systeme werden insbesondere dort interessant, wo Einsatzkräfte erhöhten Risiken ausgesetzt wären. Dazu zählen beispielsweise Industriebrände, Gefahrstoffeinsätze, Tunnelanlagen oder andere schwer zugängliche Bereiche. Robotische Plattformen können dort zur Erkundung eingesetzt werden oder Aufgaben übernehmen, die bislang unter erheblichem Risiko durch Einsatzkräfte durchgeführt werden mussten.
Der RTE Robot AX verdeutlicht, dass Robotik im Feuerwehrwesen längst kein Zukunftsszenario mehr ist. Vielmehr geht es inzwischen um die Frage, wie solche Systeme sinnvoll in bestehende Einsatzkonzepte integriert werden können.
Simulatoren erweitern die Ausbildung
Ein weiterer Schwerpunkt des Messeauftritts liegt auf dem Bereich Ausbildung. Besucher können verschiedene Simulationslösungen kennenlernen und teilweise selbst ausprobieren.
Zum Portfolio gehören der RCS Simulator Driving für das Training großer Einsatzfahrzeuge, der RCS Simulator Tactic für taktische Entscheidungen sowie spezielle Anwendungen für Drehleitern und Flughafenlöschfahrzeuge. Ergänzt wird das Angebot durch entsprechende Trainingslösungen für den Panther-Flughafenlöschfahrzeugbereich.
Die Bedeutung solcher Systeme nimmt kontinuierlich zu. Feuerwehren stehen vor der Herausforderung, seltene, aber kritische Einsatzlagen möglichst realistisch trainieren zu können. Simulatoren ermöglichen es, komplexe Szenarien wiederholbar darzustellen und unterschiedliche Handlungsoptionen zu erproben. Sie ersetzen die praktische Ausbildung nicht, ergänzen sie jedoch um zusätzliche Trainingsmöglichkeiten.
Infrastruktur für die Einsatzstelle
Neben Fahrzeugen, PSA und Robotik zeigt Rosenbauer auch eine Reihe von Produkten, die für den Betrieb einer Einsatzstelle von zentraler Bedeutung sind.
Dazu gehören die tragbaren RTE LX LED-Lichtköpfe, der FLEXLIGHT-Lichtmast, der PX14-Stromerzeuger sowie die NAUTILUS-Tauchpumpe. Diese Komponenten stehen exemplarisch für Bereiche, die im öffentlichen Fokus häufig hinter Großfahrzeugen zurücktreten, im Einsatzalltag jedoch unverzichtbar sind.
Gerade bei langandauernden Schadenslagen entscheidet die Verfügbarkeit von Strom, Beleuchtung und Wasserförderung häufig über die Effizienz der eingesetzten Kräfte. Rosenbauer zeigt damit bewusst nicht nur spektakuläre Exponate, sondern auch Technik, die die Grundlage für einen funktionierenden Einsatzbetrieb bildet.
Alternative Antriebe bleiben ein Zukunftsthema
Auch alternative Antriebskonzepte sind auf dem Rosenbauer-Stand vertreten. Zu den Exponaten zählt unter anderem ein RT der Freiwilligen Feuerwehr Krems, der bereits im regulären Einsatzdienst genutzt wird.
Darüber hinaus präsentiert das Unternehmen die neue L32A-XS electric. Beide Fahrzeuge zeigen, dass alternative Antriebe inzwischen weit über erste Konzeptstudien hinausgehen. Gleichzeitig befindet sich die Entwicklung noch in einer Phase, in der Erfahrungen aus dem Einsatzbetrieb gesammelt werden und unterschiedliche Ansätze erprobt werden.
Die INTERSCHUTZ macht deutlich, dass die Diskussion über alternative Antriebskonzepte im Feuerwehrwesen weiter an Bedeutung gewinnen wird. Rosenbauer nutzt die Messe, um entsprechende Lösungen bereits heute sichtbar zu machen.
Mehr als nur Fahrzeuge
Der Rosenbauer-Messeauftritt macht deutlich, dass moderne Gefahrenabwehr längst nicht mehr allein aus Fahrzeugen besteht. Ausbildung, persönliche Schutzausrüstung, Robotik, Infrastruktur und neue Antriebskonzepte spielen eine immer größere Rolle. Genau diese Vielfalt bildet das Unternehmen auf seinem Stand ab.
Damit zeigt Rosenbauer nicht nur einzelne Neuheiten, sondern auch, wie sich die Anforderungen an Feuerwehren verändern. Die vorgestellten Lösungen reichen von der Vegetationsbrandbekämpfung über die technische Hilfeleistung bis hin zu digitalen Ausbildungs- und Robotiksystemen und spiegeln damit viele der Themen wider, die die INTERSCHUTZ 2026 prägen.
Die INTERSCHUTZ 2026 läuft noch bis zum 6. Juni auf dem Messegelände in Hannover. Besucher können die Exponate von Rosenbauer in Halle 27, Stand D58, im Freigelände am Stand L44 sowie im Bereich vorbeugender Brandschutz in Halle 13, Stand C48 erleben.
Text: BKS Report







