Die Neugründung einer Freiwilligen Feuerwehr (FF) erscheint als eine anspruchsvolle Aufgabe, insbesondere bei der Mitgliedergewinnung. Der erfolgreiche Wiederaufbau der Freiwilligen Feuerwehr Höringen in der Verbandsgemeinde Winnweiler nach zehn Jahren ohne Feuerwehr zeigt, wie eine systematische Herangehensweise zum Erfolg führen kann.

Ausgangslage und Notwendigkeit

Höringen, eine Gemeinde mit rund 700 Einwohnern, war nach der Auflösung der örtlichen Feuerwehr im Jahr 2012 auf den Brandschutz durch benachbarte Wehren angewiesen. Obwohl die Nachbarwehren eine solide Abdeckung boten, zeigte sich insbesondere bei Flächen- und Unwetterlagen, dass eine eigene Wehr im Ort schneller und effektiver reagieren könnte. Diese Erkenntnis führte zur Entscheidung, eine Neugründung der Freiwilligen Feuerwehr Höringen versuchen zu wollen.

Erste Schritte und Überzeugungsarbeit

Ein wesentlicher Faktor für den Erfolg war die Einbindung Ortsbürgermeisterin Brigitte Enders und des Ortsgemeinderats. Durch intensive Gespräche und Aufklärung über die Notwendigkeit und Vorteile einer eigenen Wehr konnte eine breite Unterstützung gewonnen werden. Die Politik auf VG-Ebene stand ebenso hinter diesem Vorhaben. “Als Zielsetzung für einen Neustart haben wir uns eine Mannschaft aus mindestens sechs Freiwilligen gesetzt. Dass wir diese Hürde so stark überschreiten würden, hatten wir nicht erwartet,” erklärt Christian Füllert, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Winnweiler.

Parallel dazu wurde eine mehrstufige Öffentlichkeitskampagne gestartet. Ziel war es, die Bevölkerung für die Situation und die Vorteile einer eigenen Feuerwehr zu sensibilisieren. Hierbei wurden verschiedene Kommunikationskanäle genutzt, darunter die lokale Presse und gezielte Flyer-Aktionen, die auf die Bürger und deren Sicherheitsbedürfnisse eingingen. Die Kampagne gipfelte in einem gut besuchten Infoabend, bei dem die Pläne zur Neugründung vorgestellt wurden. Dieser Abend brachte 16 direkte Zusagen für eine Mitgliedschaft und legte damit den Grundstein für die neue Wehr.

Strukturierter Aufbau und Schulung

Die Ausbildungsphase der neuen Mitglieder begann unmittelbar nach dem Infoabend. Die VG Winnweiler stellte Ausbilder aus benachbarten Wehren zur Verfügung, die die neuen Feuerwehrangehörigen systematisch in den Grundtätigkeiten des Feuerwehrdienstes schulten. Dabei wurde besonderer Wert auf die Vermittlung von Basiswissen, die Organisation der Wehr und die Gefahren an Einsatzstellen gelegt.

Als großes Glück erwies sich die Verfügbarkeit eines Tragkraftspritzenfahrzeugs (TSF), das durch die Neubeschaffung eines anderen Fahrzeugs in der VG freigegeben wurde. Dies ermöglichte es, die neue Einheit schnell einsatzbereit zu machen. Auch wenn das provisorische Feuerwehrgerätehaus in einer alten Scheune nicht den idealen Anforderungen entsprach, konnte durch die Ortsgemeinde eine praktikable Übergangslösung gefunden werden.

Erfolgsfaktoren und Fazit

Der Erfolg der Neugründung der FF Höringen beruht auf mehreren wesentlichen Faktoren: einer klaren und mehrstufigen Öffentlichkeitsarbeit, der aktiven Unterstützung durch die Ortsgemeinde und der schnellen Bereitstellung von Ausrüstung und Schulung. Diese Maßnahmen führten zu einer hohen Motivation und einem starken Gemeinschaftsgefühl innerhalb der neuen Wehr.

Innerhalb eines Jahres konnte die Wehr erfolgreich in die Alarmierungsstruktur der VG integriert werden und leistet heute einen relevanten Beitrag zum Brandschutz. Die kontinuierliche Unterstützung durch die VG und die fortlaufende Ausbildung der Mitglieder sicherten den nachhaltigen Erfolg des Projekts. 

Die Neugründung zeigt eindrucksvoll, dass mit einem durchdachten Plan, starker lokaler Verankerung und der Bereitschaft zur Zusammenarbeit ein solches Projekt erfolgreich umgesetzt werden kann. „Man muss es einfach mal probieren und vernünftig anpacken,“ resümiert Wehrleiter Füllert.

Text: BKS Report