Die INTERSCHUTZ lebt nicht nur von Fahrzeugpremieren und Technikneuheiten. Gerade die ideellen Aussteller machen die Messe zu einer Plattform für fachlichen Austausch, neue Einsatzkonzepte und organisationsübergreifende Zusammenarbeit. Viele Organisationen greifen dabei aktuelle Herausforderungen wie Vegetationsbrände, psychosoziale Belastungen, Digitalisierung, Resilienz oder Nachwuchsgewinnung auf.

Wer während der Messewoche gezielt interessante Fachstände besuchen möchte, findet in zahlreichen Hallen spannende Anlaufpunkte.

Bevölkerungsschutz und internationale Hilfe

Die Organisation @fire – Internationaler Katastrophenschutz Deutschland informiert in Halle 17, Stand A16 über internationale Katastrophenhilfe und moderne Vegetationsbrandbekämpfung. Besonders das Wildfire Camp zählt zu den Schwerpunkten des Messeauftritts. Dort werden reale Einsatzszenarien, Führungsstrukturen und taktische Verfahren bei Vegetationsbränden dargestellt. Ergänzend zeigt @fire seine Fähigkeiten im Bereich Urban Search and Rescue (USAR) sowie Möglichkeiten internationaler Einsatzunterstützung.

Das Deutsche Rote Kreuz präsentiert sich in Halle 17, Stand E62/F62 sowie weiteren Flächen mit einem breiten Querschnitt des modernen Bevölkerungsschutzes. Neben einem Feldkrankenhaus und verschiedenen Rettungsdienstsimulationen stehen insbesondere Versorgungskonzepte für Krisenlagen im Mittelpunkt. Thematisiert werden unter anderem Betreuungskapazitäten, Pflege im Katastrophenfall und die Organisation ehrenamtlicher Strukturen im Bevölkerungsschutz.

Der Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland e.V. zeigt in Halle 26, Stand D03 neue Ansätze zu Resilienz, Ehrenamt und Krisenvorsorge. Besucher erhalten Einblicke in moderne Ausbildungs- und Trainingskonzepte, darunter das sogenannte „Reflexive Einsatztraining“, das die psychische Widerstandskraft von Einsatzkräften stärken soll. Ein Rettungswagen-Simulator ergänzt den praxisnahen Messeauftritt.

Mit dem Projekt „Lernort Bevölkerungsschutz“ stellt der Landkreis Wesermarsch in Halle 26, Stand C40 Konzepte zur Nachwuchsgewinnung und Krisenvorsorge vor. Ziel des Projektes ist es, Kinder und Jugendliche frühzeitig für Themen des Bevölkerungsschutzes zu sensibilisieren. Dafür kommen unter anderem Rauchsimulatoren, Notruftrainer und Mini-Deichmodelle zum Einsatz.

Auch das Medizinische Katastrophen-Hilfswerk Deutschland präsentiert in Halle 26, Stand D22 aktuelle Konzepte des Katastrophenschutzes. Im Mittelpunkt stehen telemedizinische Unterstützungssysteme sowie luftgestützte Vegetationsbrandbekämpfung. Ein Airbus H125 mit Bambi Bucket soll dabei die Möglichkeiten moderner luftgebundener Unterstützung demonstrieren.

Feuerwehren präsentieren Zukunftsthemen

Mehrere Berufs- und Freiwillige Feuerwehren nutzen die INTERSCHUTZ, um innovative Entwicklungen und neue Einsatzkonzepte vorzustellen.

Die Berliner Feuerwehr zeigt in Halle 13, Stand B10 aktuelle Entwicklungen aus den Bereichen Digitalisierung, Ausbildung und Forschung. Besucher können virtuelle Einsatzsimulationen erleben und sich über Zukunftsthemen wie Gewalt gegen Einsatzkräfte oder moderne Einsatzführung informieren. Auch alternative Antriebstechnologien spielen mit einem wasserstoffbetriebenen Löschboot eine Rolle.

Die Feuerwehr Dortmund präsentiert in Halle 17, Stand C06 unter anderem ein Großtanklöschfahrzeug mit 10.000 Litern Löschwasser. Ergänzt wird der Auftritt durch Forschungsprojekte des Instituts für Feuerwehr- und Rettungstechnologie (IFR), die sich mit Digitalisierung, Einsatzunterstützung und neuen Ausbildungsmethoden beschäftigen. Vorträge direkt am Stand sollen zusätzliche Einblicke in aktuelle Entwicklungen geben.

Die Feuerwehr Hannover nutzt ihren großen Messeauftritt in Halle 12, Stand B48 für mehrere Themenbereiche gleichzeitig. Dazu gehören moderne Leitstellentechnik mit VR-Anwendungen, Reanimationskonzepte, Nachwuchsgewinnung und Bevölkerungsschutz. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Höhenrettung: Die Fachgruppe Spezielle Rettung aus Höhen und Tiefen (SRHT) feiert ihr 25-jähriges Bestehen und präsentiert unter anderem eine originale EXPO-Seilbahngondel.

Die Freiwillige Feuerwehr Werl stellt in Halle 27, Stand B38 neue Einsatzfahrzeuge sowie ein virtuelles Übungsgelände vor. Besonders die Kombination aus realen Fahrzeugen, Drohnentechnik und VR-Anwendungen zeigt, wie stark digitale Ausbildungsmöglichkeiten inzwischen auch bei kommunalen Feuerwehren angekommen sind.

Die Feuerwehr Augsburg präsentiert sich in Halle 12, Stand B40 unter dem Motto „Vom Ledereimer zur Hightech-Feuerwehr“. Dabei spannt die Feuerwehr einen Bogen von historischen Entwicklungen bis zu modernen elektrisch angetriebenen Einsatzfahrzeugen. Ergänzt wird der Auftritt durch Mitmachaktionen und historische Exponate.

Gesundheit, Einsatzhygiene und PSNV

Ein wachsender Themenbereich der INTERSCHUTZ betrifft die Gesundheit von Einsatzkräften.

Die Plattform PSNV informiert in Halle 17, Stand A07 über psychosoziale Notfallversorgung für Einsatzkräfte. Thematisiert werden Belastungen nach Einsätzen, Präventionsmöglichkeiten und Konzepte zur langfristigen psychischen Stabilisierung im Einsatzdienst. Besucher können sich mit Fachkräften und erfahrenen Einsatzkräften austauschen.

FeuerKrebs zeigt in Halle 13, Stand F50 aktuelle Entwicklungen zur Prävention berufsbedingter Krebserkrankungen. Neben Dekontaminationsmaßnahmen und Hygienekonzepten werden auch Erkenntnisse zu Sensorik, Biomarkern und Früherkennung vorgestellt. Praxistests und Vorführungen sollen den direkten Bezug zum Einsatzalltag herstellen.

Das TFA-Team Hamburg verbindet in Halle 12, Stand F36 Wettkampf, Ausbildung und Forschung miteinander. Die „Mayday Rescue Challenge“ simuliert realitätsnahe Einsatzlagen und soll unterschiedliche Taktiken sowie technische Lösungsansätze vergleichbar machen. Gleichzeitig wird die Veranstaltung wissenschaftlich begleitet, um Erkenntnisse für Ausbildung und Einsatzpraxis zu gewinnen.

Fachverbände und Interessenvertretungen als Aussteller

Auch zahlreiche Fachverbände und Organisationen nutzen die INTERSCHUTZ für fachlichen Austausch und internationale Vernetzung.

Der Deutsche Feuerwehrverband bündelt in Halle 27, Stand D46 zahlreiche Themen rund um Feuerwehrwesen, Ausbildung, Demokratieprojekte und internationale Zusammenarbeit. Neben Fachvorträgen präsentieren sich dort auch CTIF sowie die European Firefighters Association. Ergänzt wird der Stand durch Virtual-Reality-Anwendungen und verschiedene Projekte der Landesfeuerwehrverbände.

Der Werkfeuerwehrverband Deutschland zeigt in Halle 13, Stand F30 verschiedene Spezialfahrzeuge und veranstaltet mit dem „First International Network Day“ erstmals ein eigenes internationales Networking-Format. Besonders die ausgestellten Sonderfahrzeuge und TUIS-bezogenen Einsatzmittel verdeutlichen die Bedeutung von Werkfeuerwehren im Bereich spezieller Gefahrenlagen.

Die Deutsche Feuerwehr-Gewerkschaft präsentiert sich in Halle 13, Stand F17 mit Themen aus Feuerwehr, Leitstelle und Rettungsdienst. Facharbeitsgruppen informieren über aktuelle Herausforderungen des Einsatzdienstes und bieten Raum für direkten Austausch mit Einsatzkräften.

Der Fachverband Leitstelle stellt in Halle 16, Stand C04 aktuelle Handlungsempfehlungen und Entwicklungen integrierter Leitstellen vor. Im Fokus stehen Qualitätssicherung und moderne Notruf- und Einsatzbearbeitung.

Spezialthemen und außergewöhnliche Aussteller

Neben klassischen BOS-Themen finden sich auf der INTERSCHUTZ auch ungewöhnliche Fachthemen.

Der Verband der Restaurator:innen thematisiert in Halle 26, Stand B21 den Schutz von Kulturgut im Katastrophenfall. Gezeigt wird unter anderem ein Abrollbehälter Kulturgutschutz, der den Umgang mit beschädigten Kunst- und Kulturgütern nach Bränden, Wasserschäden oder Einstürzen demonstriert.

Die International Water Mist Association informiert in Halle 12, Stand A21 über Wassernebeltechnologie in der Brandbekämpfung und deren Unterschiede zu klassischen Löschsystemen wie Sprinkleranlagen.

Ein eher außergewöhnlicher Aussteller ist Sprinklerkopf-Sammler Andries Timmermann in Halle 12, Stand A19. Dort werden historische Sprinklerköpfe aus mehr als einem Jahrhundert Brandschutzgeschichte präsentiert.

Auch die Radio Controlled Euro Fire Fighters in Halle 26, Stand L41 setzen auf ein ungewöhnliches Konzept. Die internationale Modellbau-Interessengemeinschaft präsentiert detailreiche BOS-Modelle aus Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz.

Fachdialog als eigentlicher Mehrwert

Die ideellen Aussteller zeigen auf der INTERSCHUTZ 2026, dass moderne Gefahrenabwehr weit über Technik und Fahrzeuge hinausgeht. Forschung, Gesundheitsschutz, Ausbildung, Ehrenamt und internationale Zusammenarbeit prägen zunehmend die Diskussionen im Brand- und Katastrophenschutz.

Für Besucher bietet sich dadurch die Möglichkeit, direkt mit Einsatzkräften, Wissenschaftlern, Fachverbänden und Spezialisten ins Gespräch zu kommen und aktuelle Entwicklungen aus erster Hand kennenzulernen.

Text: BKS Report, Quelle: vfdb, Hannibal – ASB-Bundesverband


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