Hydraulische Rettungsgeräte gehören seit Jahrzehnten zur Standardausrüstung bei der technischen Hilfeleistung. Die Entwicklung konzentrierte sich dabei lange auf höhere Schneidkräfte, leistungsfähigere Akkus, geringeres Gewicht und eine verbesserte Ergonomie. Parallel dazu haben sich jedoch die Anforderungen an die Verwaltung und den Betrieb moderner Geräteflotten verändert. Feuerwehren und Rettungsorganisationen müssen heute nicht nur den technischen Zustand ihrer Geräte im Blick behalten, sondern auch Wartungsintervalle dokumentieren, Ausbildungsstände nachverfolgen und die Einsatzbereitschaft ihrer Ausrüstung sicherstellen.
Mit SMART-FORCE OS präsentiert WEBER RESCUE SYSTEMS auf der INTERSCHUTZ 2026 ein System, das genau an dieser Schnittstelle ansetzt. Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um eine Weiterentwicklung der bisherigen SMART-FORCE-Technologie zu einer Plattform, die Geräte, Webanwendungen, Apps und Cloud-Dienste miteinander verbindet. Ziel ist es, Einsatz, Ausbildung und Serviceprozesse auf einer gemeinsamen digitalen Grundlage zusammenzuführen.

Vom Einzelgerät zur vernetzten Geräteflotte
Im Mittelpunkt steht dabei weniger das einzelne Rettungsgerät als vielmehr dessen Einbindung in ein digitales Gesamtsystem. Während Informationen über Wartungen, Prüfungen oder Einsatzbereitschaft bislang häufig dezentral verwaltet werden, sollen diese Daten künftig zentral zusammenlaufen.
Nach Angaben von WEBER ermöglicht der Bereich „Service“ die digitale Erfassung von Wartungsprozessen, automatische Statusmeldungen sowie eine transparente Verwaltung der Geräte in Echtzeit. Ziel ist es, Probleme frühzeitig zu erkennen und ungeplante Ausfälle zu reduzieren.
Damit adressiert das Unternehmen eine Herausforderung, die viele Feuerwehren kennen: Mit steigender Technisierung wächst auch der organisatorische Aufwand, um die Einsatzbereitschaft der Geräte dauerhaft sicherzustellen. Digitale Systeme könnten hier künftig dazu beitragen, den Überblick über größere Geräteflotten zu erleichtern.

Digitale Sicherheit für hochwertige Rettungstechnik
Einen weiteren Schwerpunkt bildet das Thema Gerätesicherheit. Mit der Funktion „ANTI-THEFT“ integriert WEBER nach eigenen Angaben GPS-, WLAN- und LTE-Ortung in das System. Die Geräte sollen dadurch jederzeit lokalisierbar sein, selbst wenn kein Akku aufgesetzt ist. Gleichzeitig werden Manipulationsversuche erkannt und dokumentiert.
Nach Angaben des Unternehmens gehört zudem die Möglichkeit zur Fernsperrung von Geräten zum Sicherheitskonzept. Dadurch sollen gestohlene oder unbefugt genutzte Rettungsgeräte zusätzlich abgesichert werden können.
Die Entwicklung zeigt, dass moderne Rettungsgeräte zunehmend nicht nur als Werkzeuge betrachtet werden, sondern auch als hochwertige technische Einsatzmittel, deren Verwaltung und Absicherung eine immer größere Rolle spielt.
Ausbildung wird datenbasiert
Neben Einsatz und Service nimmt WEBER auch die Ausbildung in den Blick. Mit dem Bereich „Training“ sollen Übungsdaten dokumentiert, ausgewertet und miteinander verglichen werden können. Das Unternehmen verfolgt damit einen Ansatz, der Ausbildungsprozesse stärker datenbasiert unterstützen soll.
Bislang werden Fortschritte in der technischen Rettung häufig über praktische Übungen, Erfahrungswerte und Ausbilderbeobachtungen bewertet. Digitale Systeme könnten künftig zusätzliche Möglichkeiten schaffen, Ausbildungsstände nachvollziehbar zu dokumentieren und Entwicklungen über längere Zeiträume sichtbar zu machen.
Die zunehmende Digitalisierung der Ausbildung zeigt sich auch in weiteren Produkten des Unternehmens. Mit RETTER VR bietet WEBER bereits virtuelle Trainingsszenarien für die technische Rettung an. Ziel ist es, praxisnahe Übungsmöglichkeiten zu schaffen, die unabhängig von realen Einsatzfahrzeugen oder Übungsobjekten genutzt werden können.
Digitale Unterstützung im Einsatz
Ergänzt wird das Portfolio durch die Systeme RETTERAlarm ZEUS und RETTERAlarm NAVIS. Während ZEUS nach Unternehmensangaben Einsatzplanung, Dokumentation und Lageübersicht auf einer gemeinsamen Plattform bündelt, soll NAVIS Einsatzfahrzeuge bereits auf der Anfahrt mit relevanten Informationen versorgen. Dazu gehören Navigationsfunktionen, Fahrzeugmanagement und Echtzeitinformationen.
Die verschiedenen Systeme verdeutlichen, dass Digitalisierung in der technischen Rettung zunehmend als durchgängiger Prozess verstanden wird – von der Ausbildung über die Geräteverwaltung bis hin zur Einsatzunterstützung.

Neue Rettungszylinder mit Fokus auf Ergonomie und Sicherheit
Neben den digitalen Lösungen präsentiert WEBER auf der INTERSCHUTZ 2026 auch neue Hardware. Die Rettungszylinder RZ ALU und RZT ALU setzen auf eine Aluminiumkonstruktion, die das Gewicht der Geräte reduziert und damit die körperliche Belastung der Einsatzkräfte verringern soll.
Besonderes Augenmerk legt das Unternehmen auf die sogenannte SPIKE-Technologie. Diese soll die Kraftübertragung verbessern und gleichzeitig verhindern, dass Rettungszylinder beim Ansetzen am Fahrzeug abrutschen. Gerade bei komplexen Rettungslagen können sichere Anlagepunkte und kontrollierte Kraftübertragung entscheidend für ein präzises Arbeiten sein.
Die neuen Rettungszylinder stehen damit exemplarisch für eine Entwicklung, die sich in vielen Bereichen der technischen Hilfeleistung beobachten lässt: Neben maximaler Leistung gewinnen Ergonomie, Arbeitssicherheit und Bedienkomfort zunehmend an Bedeutung.
Digitalisierung als übergeordnetes Thema
Die INTERSCHUTZ 2026 zeigt an vielen Stellen, dass digitale Technologien zunehmend Einzug in die Gefahrenabwehr halten. WEBER RESCUE SYSTEMS greift diese Entwicklung auf und verbindet klassische Rettungstechnik mit digitalen Anwendungen für Ausbildung, Service und Geräteverwaltung.
Im Mittelpunkt der Messepräsentation steht damit weniger ein einzelnes Produkt als vielmehr die Frage, welche Rolle digitale Vernetzung künftig in der technischen Rettung spielen kann. SMART-FORCE OS bildet dabei den Rahmen für einen Ansatz, der unterschiedliche Prozesse auf einer gemeinsamen Plattform zusammenführen soll.
Besucher der INTERSCHUTZ 2026 können die vorgestellten Systeme noch bis zum 6. Juni auf dem Messegelände in Hannover kennenlernen. WEBER RESCUE SYSTEMS präsentiert seine Rettungstechnik in Halle 26 | Stand C11 während die digitalen Anwendungen und Plattformlösungen in Halle 16 | Stand G26 vorgestellt werden. Damit bietet das Unternehmen die Möglichkeit, sowohl die neuen Hardwareentwicklungen als auch die digitalen Komponenten des SMART-FORCE-Ökosystems direkt vor Ort zu erleben und kennenzulernen.
Text: BKS Report







