Neues Format für Wald- und Vegetationsbrände
Vom 1. bis 6. Juni 2026 fand die INTERSCHUTZ, Weltleitmesse für Feuerwehr, Rettungswesen und Bevölkerungsschutz, unter dem Leitthema „Safeguarding tomorrow“ statt. Ein zentraler Bestandteil der Veranstaltung war die Premiere des WildfireCamp@INTERSCHUTZ. Vor dem Hintergrund zunehmender Wald- und Vegetationsbrände widmete sich das neue Format gezielt der Früherkennung, Prävention und Bekämpfung von Flächen- und Waldbränden.
Das WildfireCamp verband praxisnahe Vorführungen mit Fachvorträgen, Technologiepräsentationen und internationalem Austausch. Damit wurde das Thema Vegetationsbrandbekämpfung nicht nur aus einsatztaktischer Perspektive betrachtet, sondern auch mit Blick auf Prävention, Lageerfassung, Digitalisierung und langfristiges Feuermanagement eingeordnet.
Austausch zwischen Einsatzpraxis und Technologie
Konzipiert wurde das WildfireCamp von der Deutschen Messe AG gemeinsam mit Bosch Building Technologies, dem Europäischen Forstinstitut (EFI), @fire und IMBOS e. V. Ziel war es, Einsatzkräfte, Technologieanbieter, Forschung, Forstwirtschaft und politische Entscheidungsträger in einer internationalen Wildfire Community zusammenzubringen.
Im Mittelpunkt stand dabei ein ganzheitlicher Ansatz. Neben der unmittelbaren Brandbekämpfung wurden auch Früherkennung, Detektion, taktische Einsatzoptionen, Nachsorge und Wiederbewaldung thematisiert. Gerade für Einsatzorganisationen bietet ein solches Format die Möglichkeit, internationale Erfahrungen mit den Anforderungen der eigenen Einsatzpraxis abzugleichen.
Live-Demonstrationen im Freigelände
Rund 20 nationale und internationale Organisationen und Unternehmen präsentierten im WildfireCamp ihre Lösungen. Dazu gehörte unter anderem CAL FIRE, die kalifornische Behörde für Forstwesen und Brandschutz. Die Vorführungen auf dem Freigelände zwischen Halle 26 und Halle 17 waren in fünf Einsatzabschnitte gegliedert: Pre- und Post-Fire-Management, fahrzeuggestützte Brandbekämpfung, Luftunterstützung, Löschmannschaften sowie spezielle Einsatzoptionen.
Durch diese Gliederung entstand ein praxisnaher Überblick über unterschiedliche taktische und technische Ansätze der Vegetationsbrandbekämpfung. Sichtbar wurde dabei auch, wie stark moderne Vegetationsbrandlagen von vernetzter Einsatzführung, schneller Lageerkundung und abgestimmtem Zusammenwirken verschiedener Kräfte geprägt sind.
Vernetzter Einsatzleitwagen „Xplore“ vorgestellt
Ein technologischer Schwerpunkt war die Erstpräsentation von „Xplore“. Dabei handelt es sich um eine mobile Befehlsstelle in Form eines vernetzten Einsatzleitwagens. Das System bündelt verschiedene Technologien von der Sensorik bis zur Satellitenkommunikation und wurde unter Beteiligung von IMBOS e. V. entwickelt.
Der Ansatz verdeutlicht, welche Bedeutung robuste Führungsunterstützung, resiliente Kommunikation und digitale Lagebilder künftig bei komplexen Vegetationsbrandlagen haben können. Besonders bei großflächigen Einsatzstellen, schwieriger Topografie oder lückenhafter Infrastruktur kann die mobile Bündelung von Daten, Kommunikation und Führung ein entscheidender Faktor für die Einsatzkoordination sein.
Fachprogramm im „Command Post“
Ergänzend zu den Live-Demonstrationen bot das Forum „Command Post“ in Halle 17 ein umfangreiches Fachprogramm. In Vorträgen, Diskussionsrunden und praxisorientierten Workshops wurden Strategien zur Einsatzführung, neue Technologien zur Früherkennung, Präventionsansätze und Fragen der Digitalisierung im Einsatz behandelt.
Eine Networking-Area im Freigelände ergänzte das Programm und bot Raum für den direkten fachlichen Austausch zwischen Einsatzkräften, Entwicklern, Forschungseinrichtungen, Behörden und weiteren Akteuren des Bevölkerungsschutzes.
Text: BKS Report
Quelle: Deutsche Messe AG







