In jedem Stab hängt ein Lagebild. Es zeigt, wo das Wasser steht, welche Straßen gesperrt sind, welche Einheiten wo gebunden sind. Was es in aller Regel nicht zeigt: was die Menschen draußen denken, glauben und vorhaben. Dabei entscheidet das mit darüber, ob eine Anordnung befolgt wird, ob eine Straße frei bleibt und wie viele Freiwillige am nächsten Morgen an der Absperrung stehen.
Wer eine Großschadenslage führt, führt sie vor Publikum, und dieses Publikum handelt. Es fährt ins Schadensgebiet, es packt an, es ruft an, es teilt Bilder, es evakuiert sich selbst. Dr.-Ing. Francesca Müller forscht am Fachgebiet Bevölkerungsschutz, Katastrophenhilfe und Objektsicherheit der Bergischen Universität Wuppertal zu genau diesen Effekten. Ihre Kernaussage: Die Bevölkerung ist kein Störfaktor am Rand des Einsatzes, sondern ein eigenständiger Akteur mit eigenen Wahrnehmungen und eigener Logik.







