FEU Leadership Conference auf der INTERSCHUTZ gestartet: Feuerwehrführung denkt europäisch
Teaser:
Mehr als 300 Feuerwehr- und Bevölkerungsschutz-Führungskräfte aus Europa und weiteren Teilen der Welt kommen derzeit auf der INTERSCHUTZ 2026 zur ersten FEU Leadership Conference zusammen. Im Mittelpunkt stehen nicht Fahrzeuge oder Ausrüstung, sondern strategische Fragen zu Krisenresilienz, internationaler Zusammenarbeit und der Zukunft der Feuerwehren in einer zunehmend vernetzten Welt.
Während auf dem Messegelände Fahrzeuge, Technik und Einsatzkonzepte im Mittelpunkt stehen, richtet die Federation of European Fire Officers (FEU) den Blick auf eine andere Ebene der Gefahrenabwehr. Mit der erstmals veranstalteten FEU Leadership Conference hat auf der INTERSCHUTZ 2026 ein Format begonnen, das gezielt Führungskräfte aus Feuerwehr, Bevölkerungsschutz und Krisenmanagement zusammenbringen soll.
Rund 300 Teilnehmer aus Europa und darüber hinaus diskutieren dabei Themen, die längst nicht mehr an Landesgrenzen enden. Klimabedingte Extremereignisse, hybride Bedrohungen, geopolitische Spannungen, großflächige Krisenlagen und die zunehmende Vernetzung kritischer Infrastrukturen verändern die Anforderungen an Feuerwehren und Bevölkerungsschutzorganisationen weltweit.
Globale Herausforderungen benötigen internationale Antworten
Bereits das Leitmotiv der Konferenz macht die Stoßrichtung deutlich: „Safeguarding Tomorrow“. Die FEU versteht die Veranstaltung als Plattform für strategischen Austausch zwischen Entscheidungsträgern, die Verantwortung für die Sicherheit ihrer Gesellschaften tragen.
FEU-Präsident Stephan Wevers betonte zur Eröffnung die Bedeutung dieses Ansatzes. Die Herausforderungen seien in vielen Ländern vergleichbar, auch wenn die jeweiligen Lösungen unterschiedlich ausfallen.
„Der erste Weg zur Umsetzung unserer strategischen Ziele ist, die Themen der Feuerwehr auf die politischen Agenden der einzelnen Nationen und Verantwortlichen zu setzen. Jedes Land hat seine eigenen Lösungen, aber die Themen sind global. Daher müssen wir unsere Kollegen in anderen Nationen kennen und nach ihren Lösungen befragen.“
Diese Perspektive zieht sich durch das gesamte Programm. Referenten aus Estland, Singapur, Australien, den USA, den Niederlanden, Großbritannien und weiteren Ländern bringen Erfahrungen aus sehr unterschiedlichen Gefahrenlagen und Organisationsstrukturen ein.
Von geopolitischen Krisen bis zu Vegetationsbränden
Der erste Konferenztag steht unter dem Schwerpunkt „Global Strategy & Security“. Diskutiert werden unter anderem Europas Reaktion auf komplexe Krisenlagen, Erfahrungen aus der Ukraine, die Rolle von Resilienz in einer Zeit permanenter Veränderungen sowie strategische Führungsansätze für Katastrophenschutzorganisationen.
Am zweiten Tag rücken Klimafolgen, Innovationen und Führungsfragen stärker in den Mittelpunkt. Geplant sind Beiträge zu den Waldbränden in Los Angeles, internationalen Kooperationen bei Vegetationsbränden, Führungsverantwortung in Extremlagen sowie organisatorischer Transformation innerhalb von Feuerwehr- und Rettungsorganisationen.
Damit greift die Konferenz genau jene Themen auf, die auch auf der INTERSCHUTZ insgesamt als zentrale Zukunftsfragen diskutiert werden.
Netzwerke als strategischer Mehrwert
Besonders auffällig ist jedoch, dass die Veranstalter den größten Mehrwert nicht allein in den Fachvorträgen sehen.
Sebastian L. Vries von der vfdb, deutscher Ansprechpartner der FEU, beschreibt den eigentlichen Kern der Veranstaltung im Aufbau persönlicher und organisatorischer Netzwerke.
„Die FEU Leadership Conference hier auf der INTERSCHUTZ ist die erste ihrer Art und sie hat das Ziel, dass Führungspersönlichkeiten der Feuerwehren nicht nur interessante Fachvorträge hören, sondern sich vor allem verbinden und Netzwerke bilden.“
Wie wichtig solche Verbindungen sein können, zeigte sich laut Vries erst kürzlich in der Praxis:
„Ein Feuerwehrkamerad kontaktierte mich zu einer bestimmten Aufgabenstellung seiner Organisation. Bereits zwei Stunden später konnte ich ihm den passenden internationalen Kontakt auf dem kurzen Dienstweg vermitteln. Genau diesen Austausch wollen wir hier auf globaler Ebene weiter ausbauen und fördern.“
Feuerwehrführung als eigenes Zukunftsthema
Die FEU verfolgt mit der Konferenz zugleich ein langfristiges Ziel. Neben dem fachlichen Austausch soll die Veranstaltung ein sichtbarer Schritt zur Umsetzung des neuen Strategic Plans der Organisation werden. Führungskräfteentwicklung, internationale Zusammenarbeit und der Austausch von Erfahrungen bilden dabei zentrale Bausteine.
Gerade vor dem Hintergrund zunehmender Großschadenslagen, grenzüberschreitender Krisen und wachsender Anforderungen an den Bevölkerungsschutz gewinnt dieser Ansatz an Bedeutung. Während Einsatzkräfte im Alltag lokal handeln, werden viele der Herausforderungen, mit denen sie konfrontiert werden, zunehmend global geprägt.
Die erste FEU Leadership Conference auf der INTERSCHUTZ zeigt damit, dass die Zukunft der Gefahrenabwehr nicht nur auf dem Fahrzeughof oder im Einsatz entsteht, sondern auch im internationalen Austausch zwischen denjenigen, die Feuerwehren und Bevölkerungsschutzorganisationen strategisch weiterentwickeln.







