Print+, Technik & Innovation

Normen-Radar Löschwasser 2026: Was Führungskräfte jetzt wissen müssen

Bei der Löschwasserversorgung ist 2026 normativ einiges in Bewegung. Für die Trennung von Trink- und Löschwasser liegt mit der DIN 1988-600 eine neue, bereits veröffentlichte Ausgabe vor. Bei den klassischen Löschwasser-Vorräten ist die Entwicklung unterschiedlich weit: Für unterirdische Löschwasserbehälter steht die Neuausgabe unmittelbar bevor, für Löschwasserteiche und -brunnen laufen noch die Entwurfsverfahren. Für Führungskräfte lohnt der Überblick, weil beide Ebenen Objektkenntnis und Einsatzvorbereitung betreffen.

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Print+, Einsatz & Taktik

Wasser vorhanden, Hydrant ohne Druck

Als am 7. Januar 2025 der Palisades Fire über Los Angeles hereinbrach, prägte ein Bild die Schlagzeilen: Hydranten ohne Wasser. Die Wirklichkeit ist differenzierter und für die Einsatzplanung lehrreicher. Nach der Analyse der kalifornischen Behörden waren die übergeordneten Wasservorräte in Südkalifornien ausreichend. Im örtlichen Versorgungssystem konnten Rohrleitungen, Pumpen und Druckbehälter den außergewöhnlich hohen gleichzeitigen Bedarf jedoch nicht mehr decken. Über die 36-Zoll-Hauptzuführung wurden zeitweise rund 37.000 US-Gallonen pro Minute gefördert, etwa 140.000 Liter pro Minute und das Vierfache des normalen Durchflusses. Damit war die maximale Kapazität der Leitung erreicht. Zugleich zapften unzählige Hydranten gleichzeitig, während aus zerstörten Gebäuden offene Hausanschlüsse unkontrolliert Wasser abgaben und die drei örtlichen Drucktanks mit je einer Million Gallonen unter der Last leerliefen.

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Basis-Online, Print+, Technik & Innovation

Mobile Wasserförderung: Welche Pumpentechnik Feuerwehren benötigen

Ob Vegetationsbrand, Hochwasser oder Ausfall der regulären Löschwasserversorgung: Mobile Pumpentechnik kann für Feuerwehren und Katastrophenschutzeinheiten entscheidend sein. Doch hohe Förderleistung allein reicht nicht. Daniel Behn, Industriedesigner bei der Vogelsang GmbH & Co. KG und Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr, erklärt, worauf es bei Pumpentechnik im Einsatz ankommt und warum nicht jede Pumpe für jede Lage geeignet…

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Technik & Innovation, Print+

Löschwasserversorgung: der stille Grundpfeiler des Brandschutzes

Von der Bauleitplanung bis zur Hydrantenprüfung: wie viel Wasser wo bereitstehen muss, welche Regeln gelten und warum die Zukunft im digitalen Kartenlayer liegt: Ohne Wasser kein Löschangriff, so einfach lässt sich zusammenfassen, warum die Löschwasserversorgung der stille Grundpfeiler des abwehrenden Brandschutzes ist. In der öffentlichen Wahrnehmung stehen Fahrzeuge, Technik und Mannschaft im Vordergrund; über die Frage, woher im Ernstfall genug Wasser in ausreichender Menge und über ausreichende Zeit kommt, wird selten gesprochen. Für Führungskräfte in Feuerwehr und Verwaltung ist sie dagegen eine Daueraufgabe, von der Bauleitplanung bis zur jährlichen Hydrantenprüfung.

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Einsatz & Taktik, Basis-Online, Print+

Wasserabgabe ist noch keine Wasserwirkung: So gelingt der Löscherfolg

200, 300 oder 400 Liter pro Minute: Bei der Beurteilung eines Löschangriffs richtet sich der Blick häufig zuerst auf den Volumenstrom. Das ist nachvollziehbar. Reicht die abgegebene Wassermenge nicht aus, um die Wärmefreisetzungsrate des Brandes zu reduzieren, bleibt auch die Wirkung begrenzt. Der Volumenstrom beantwortet jedoch nur einen Teil der taktisch entscheidenden Frage. Ebenso wichtig ist, wo das Löschwasser tatsächlich ankommt. Erreicht es den Brandraum? Trifft es brennende Oberflächen? Verteilt es sich über Decke und Wände? Oder durchquert der Strahl den Raum, ohne einen wesentlichen Teil der Brandlast zu benetzen?

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Print+, Einsatz & Taktik

Löschwasserlogistik: Warum Menge, Technik und Taktik zusammengehören

„Wenn man Wasser braucht, braucht man Wasser.” Mit diesem Satz bringt Dr. Ulrich Cimolino, Sachverständiger, Fachbuchautor und Vorsitzender des Arbeitskreises Waldbrand im Deutschen Feuerwehrverband, ein Grundproblem der Löschwasserversorgung auf den Punkt. Eine Fabrikhalle oder einen Vegetationsbrand, so Cimolino, lasse sich nicht mit homöopathischen Dosen löschen; wirksames Löschen brauche ausreichende Mengen, taktisch richtig geführt. Angesichts trockener Sommer, großflächiger Waldbrände und länderübergreifender Großlagen wird die Löschwasserlogistik damit zu einer der zentralen Führungsaufgaben, gerade in der Fläche von Rheinland-Pfalz und dem Saarland.

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Print+, Technik & Innovation

Wasser über lange Wege: die 1.000-Meter-Frage

Kann Löschwasser über eine 1.000 Meter lange, dünne Schlauchleitung an die Einsatzstelle kommen? Dieser Frage ging ein Feldversuch nach, den Rosenbauer gemeinsam mit dem Schlauchhersteller A. Haberkorn auf dem Flugfeld Freistadt im oberösterreichischen Mühlviertel durchführte und 2020 veröffentlichte. Unter messtechnischer Begleitung von Dr.-Ing. Holger de Vries wurde eine 1.000 Meter lange D25-Leitung mit hohem Ausgangsdruck betrieben. Der bewusst auf ebenem Gelände angelegte Versuch lenkt den Blick auf ein taktisches Grundthema, das in vielen Wehren zwar auf dem Lehrplan steht, im Einsatz aber selten unter realen Bedingungen abgerufen wird: Wie kommt ausreichend Löschwasser über große Distanz an die Einsatzstelle, wenn Hydrantennetz und Pendelverkehr an ihre Grenzen stoßen?

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Technik & Innovation, Print+

Autarke Löschwasserversorgung: „Der Behälter muss jederzeit gefüllt und funktionsfähig sein”

Thorsten Zahn: Immer dann, wenn die öffentliche Wasserversorgung die Anforderungen des Brandschutzes nicht zuverlässig erfüllt. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Verfügbarkeit, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Genehmigungsfähigkeit. Typische Fälle sind Gewerbe- und Industriegebiete ohne ausreichendes Hydrantennetz, etwa Logistikzentren, Produktionshallen oder Rechenzentren; abgelegene Standorte wie Solar- und Windparks, Umspannwerke oder landwirtschaftliche Betriebe; Objekte mit hohem Brandrisiko wie Kunststoff-, Batterie- oder Reifenlager; sowie kritische Infrastruktur. Hinzu kommen Gebiete, in denen das Trinkwassernetz hydraulisch schwach ist, hohe Entnahmemengen untersagt sind oder in trockenen Sommern Knappheit herrscht. Ein unterirdischer Behälter schafft dort eine definierte, unabhängig kalkulierbare Löschwasserreserve, die auch bei Netzausfall verfügbar ist. Gegenüber einem offenen Löschteich punktet er mit Frostsicherheit, geringer Verdunstung, kaum Verschmutzung oder Algenbildung, geringem Flächenbedarf und besserer Integration in die Infrastruktur; zudem entfällt die Ertrinkungsgefahr.

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Print+, Einsatz & Taktik

Löschwasserrückhaltung: Die Umweltgefahr läuft mit

In einer brennenden Lagerhalle mit Chemikalien läuft eine zweite Gefahr oft unbemerkt mit: das Löschwasser. Es nimmt Brandrückstände und ausgetretene Stoffe auf und wird selbst zum Problem, sobald es unkontrolliert in Kanal, Gewässer, Boden oder Keller gelangt. Diese Gefahr entsteht nicht erst nach „Feuer aus”, sondern mit dem ersten Abfluss, also mitten im Löschangriff. Für die Einsatzleitung ist die Löschwasserrückhaltung deshalb eine Führungsfrage der ersten Minuten: Wohin läuft das Wasser, wie viel kommt dort an, wie lange reicht die Rückhaltung, und wer kümmert sich darum, ohne dass Menschenrettung, Löscherfolg oder Eigenschutz leiden.

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Print+, Report vor Ort

Waldbrand am Rotenfels (Bad Kreuznach): Wasserlogistik zwischen Steilhang und Kampfmitteln

Am Samstagabend übernahm der Landkreis Bad Kreuznach die Einsatzleitung. Mehr als 300 Einsatzkräfte aus ganz Rheinland-Pfalz und Hessen waren im Verlauf gebunden, unterstützt von Hilfsorganisationen, Forstverwaltung und weiteren Behörden. Weil das Feuer in einem Kampfmittelgefahrengebiet lag, wurde Traisen in zwei Stufen geräumt: In der Nacht evakuierte die Feuerwehr per Lautsprecherdurchsage zunächst den nördlichen Ortsteil im Ein-Kilometer-Radius um das Gefahrengebiet (rund 300 Personen), am Sonntagvormittag ordnete die Einsatzleitung die vollständige Evakuierung an – insgesamt rund 650 Menschen. Eine Betreuungsstelle richtete der Landkreis in der Birkenberghalle im benachbarten Roxheim ein; die medizinische Absicherung der Kräfte und die Versorgung der Betroffenen übernahmen 51 Sanitätskräfte aus den Kreisen Bad Kreuznach und Mainz-Bingen.

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